Lexikon > Nahtod-Erfahrung


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Nahtod-Erfahrungen sind ein weiter Bereich individueller Erfahrungen mit charakterischen Erfahrungsmustern am Rande des Todes.
Vielen Nahtod-Erfahrungen sind bestimmte Erfahrungsmuster und Emotionen wie „Frieden“, Liebe und Glück, Blick in einen „Tunnel“, Verlassen des eigenen Körpers, Begegnungen mit Toten oder übernatürlichen Wesen oder eine Rückschau auf das eigene Leben gemeinsam, die anschließend als Erinnerungen (d. h. immer auch: Interpretation) reflektiert werden. Auch negative Nahtod-Erfahrungen sind bei einzelnen Personen bekannt geworden. Die dabei beschriebenen Phänomene können auf verschiedene Art untersucht werden. In der klassischen Medizin beschäftigt sich die neurophysiologische Forschung und die Psychologie/Psychiatrie mit diesem Thema. Im Bereich der spirituellen Deutung dieser Phänomene existieren christliche und esoterische Interpretationen.
Neben zahlreichen und detaillierten Untersuchungen existieren auch viele Reaktionen in Kunst und Kultur.

Einführung


Es gibt keine einheitliche und umfassende Klassifizierung der Umstände und Elemente von Nahtoderfahrungen. Wissenschaftliche Untersuchungen, persönliche Interpretationen und spirituelle Deutungen benutzen jeweils ihre eigene Unterteilung einzelner Phänome. Erschwerend (für die Klassifizierung) ist die Nähe einiger Nahtoderfahrungen zu Träumen, Oneiroid-Syndromen, Halluzinationen, Illusionen, Wahnvorstellungen und autosuggestiven Elementen. Die in diesem Artikel genannten Unterteilungen können daher nur eine grobe Orientierung bieten.
Nahtoderfahrungen umfassen Wahrnehmungen von bewusstlosen, wie auch von klinisch toten Personen. Im weiteren Sinne auch Visionen von Sterbenden, sogenannte Totenbettvisionen, und Erfahrungen von Menschen, die in lebensgefährliche Situationen geraten sind, diese aber unverletzt überlebt haben. Daneben existieren auch Beobachtungen, die mehrere zentralen Elemente von Nahtoderfahrungen enthalten, auch wenn diese nicht im Zusammenhang mit Lebensgefahr auftraten. Nahtoderfahrungen scheinen generell einem gleichförmigen Muster zu entsprechen.

Häufigkeit


Nach einer repräsentativen Befragung von 2044 Deutschen gaben 4,3 % an, bereits ein Nahtodeserlebnis gehabt zu haben. Befragte US-Amerikaner erinnerten sich zu 5 % an solche Erlebnisse.123S.87-88 Dagegen berichteten von 6430 Bewohnern vierer indischer Dörfer nur 13 von einem Nahtodeserlebnis. 4
In den Industrieländern scheint die Häufigkeit von Nahtoderfahrungen nicht von Bildungsgrad, Familienstand, Beruf, sozio-ökonomischen Status und religiösem Hintergrund abzuhängen.567 Jedoch nimmt sie mit dem Alter ab.18910 Frauen sollen tiefere Nahtod-Erfahrungen haben als Männer.11167128 Menschen, die Nahtod-Erfahrungen hatten, gaben häufiger an, schon früher paranormale Erfahrungen gemacht zu haben.1012 Personen, die eine Nahtodeserfahrung hatten, sind empfänglicher gegenüber Einbildungen, haben ein lebhafteres Vorstellungsvermögen und glauben eher an paranormale Phänomene als die Durchschnittsbevölkerung.13
Bei Lommel wurden mehrere Betroffene erwähnt, die bei der ersten Befragung kurz nach der Wiederbelebung Störungen des Kurzzeitgedächtnisses hatten und sich deshalb an keine Nahtodeserfahrung erinnern konnten, aber bei der zweiten, zwei Jahre späteren Befragung von einem Nahtodeserlebnis berichteten, das sie damals hatten.1

Beispiele für Nahtod-Erfahrungen und verwandte Erfahrungen


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Es gibt drei miteinander verwandte Erfahrungstypen, die gelegentlich unter dem Begriff Nahtodeserfahrung zusammengefasst werden. Gemeinsam haben sie, dass sie im Zusammenhang mit Lebensgefahr unterschiedlicher Art auftreten. Sie unterscheiden sich jedoch in der Art der Lebensgefahr und in der Häufigkeit der einzelnen Nahtodeserfahrungselemente.

Nahtod-Erfahrungen


Nahtod-Erfahrungen im engeren Sinne sind diejenigen Erfahrungen, die auftreten, während der Körper in einem lebensbedrohlichen Zustand ist und der Betreffende aus Sicht der Beobachter bewusstlos erscheint. Statistische Angaben zur Häufigkeit der einzelnen Elemente beziehen sich im weiteren Text, wenn nicht anders gesagt, immer auf Nahtod-Erfahrungen im engeren Sinne.
Ein neunjähriges Mädchen machte während einer Blinddarmoperation ein Todesnähe-Erlebnis durch. Die Ärzte begannen sofort mit der Wiederbelebung, ein Vorgang, den sie auf einmal von einem Beobachtungsposten außerhalb ihres Körpers mit ansah. „Ich hörte sie sagen, mein Herz habe aufgehört zu schlagen, aber ich war oben an der Decke und schaute herunter. Ich konnte von dort alles sehen. Ich schwebte dicht unter der Decke, und als ich meinen Körper sah, wusste ich erst nicht, dass ich das war. Dann merkte ich es, weil ich meinen Körper erkannte. Ich ging hinaus auf den Gang und sah meine Mutter weinen. Ich fragte sie, warum sie weinte, aber sie konnte mich nicht hören. Die Ärzte dachten, ich sei tot. Dann kam eine schöne Frau und half mir, denn sie wusste, dass ich Angst hatte. Wir gingen durch einen Tunnel und kamen in den Himmel. Da waren wunderbare Blumen. Ich war bei Gott und bei Jesus. Sie sagten, ich müsse zurück zu meiner Mutter, weil sie verzweifelt sei. Sie sagten, ich müsse mein Leben zu Ende leben. Dann bin ich zurückgekommen und aufgewacht. Der Tunnel, durch den ich kam, war lang und sehr dunkel. Ich sauste ganz schnell hindurch. Am Ende war ein Licht. Als wir das Licht sahen, war ich sehr froh. Ich wollte schon lange wieder zurück. Ich möchte jetzt immer noch zu diesem Licht zurück, wenn ich sterbe... Das Licht war sehr hell.“

Totenbett-Visionen


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Totenbettvisionen treten bei Patienten auf, die im Sterben liegen, bevor sie das Bewusstsein verlieren. Bei Totenbettvisionen tauchen mehr als achtmal so viele Visionen von Verstorbenen oder religiösen Figuren auf (bei Osis und Haraldsson insgesamt 463 Fälle), wie Visionen vom Jenseits (56 Fälle). Während die Wesen, denen sie begegnen, den Sterbenden in Nahtoderfahrungen oft zurückschicken, kommen sie in Totenbettvisionen meist, um den Sterbenden in eine andere Welt zu holen. Oft bewahrheiteten sich die Ankündigungen des Todes auch gegen ärztliche Prognose. Außerkörperliche Erfahrungen, Tunnelerfahrungen und Wahrnehmungen des Lichtwesens kommen praktisch nicht vor. In Nahtoderfahrungen sind, außer den geringfügig selteneren Tunnelerfahrungen, alle fünf Erlebnisbestandteile etwa gleich häufig vertreten.
In der Nacht vom 12. Januar 1924 berichtete die Frau von Sir William Barrett, eine auf Geburtshilfe spezialisierte Ärztin, Folgendes über den Fall, der ihren Mann letztlich dazu bewegte, Totenbettvisionen zu erforschen und darüber sein Buch Death-Bed-Visions zu schreiben, das 1926 veröffentlicht wurde. Doris lag nach einer Entbindung im Sterben, obgleich ihr Säugling wohlauf war.

Plötzlich sah sie aufgeregt in eine Ecke des Zimmers, während ein strahlendes Lächeln ihren Gesichtsausdruck erhellte. „Oh, wie schön, wie schön“, sagte sie. „Was ist schön?“, fragte ich sie. „Das, was ich sehe.“, erwiderte sie in verhaltenem, leidenschaftlichen Ton. „Was sehen Sie?“ „Eine wunderschöne Helligkeit - allerliebste Geschöpfe.“ Es ist schwer, den Eindruck der Wirklichkeit zu beschreiben, die bei ihr durch die starke Versenkung in die Vision hervorgerufen wurde. Dann, während sie ihre Aufmerksamkeit noch intensiver einem bestimmten Punkt zuwandte, stieß sie eine Art fast glücklichen Schreis aus und rief: „Wirklich, es ist mein Vater! Oh, er ist so froh, dass ich komme; er ist so froh. Wie schön wäre es, wenn W. (ihr Mann) auch käme.“

Ihr Säugling wurde gebracht, damit sie ihn sehen konnte. Sie betrachtete ihn aufmerksam und sagte dann: „Glauben Sie, dass ich um des Babys willen bleiben sollte?“ Dann wandte sie sich wieder der Vision zu und sagte: „Ich kann nicht, ich kann nicht bleiben; wenn du sehen könntest, was ich mache, würdest du wissen, dass ich nicht bleiben kann.“

Aber dann wandte sie sich ihrem Mann zu, der hereingekommen war, und sagte: „Du wirst das Baby niemandem überlassen, der es nicht liebt, nicht wahr?“ Dann schob sie ihn sanft beiseite und sagte: „Lass mich das liebliche Licht sehen.“

(...)

Sie sagte zu ihrem Vater: „Ich komme.“, während sie sich gleichzeitig zu mir umwandte, indem sie sprach: „Oh, er ist so nah.“ Wieder mit dem Blick auf die gleiche Stelle sagte sie mit einem ziemlich verwunderten Gesichtsausdruck: „Er hat Vida bei sich“, und indem sie sich wieder mir zuwandte, bemerkte sie: „Vida ist bei ihm.“ Schließlich sagte sie: „Du möchtest mich wirklich bei dir haben, Vater? Ich komme.“

Fear-Death-Experiences


Als Fear-Death-Experiences werden Erfahrungen bezeichnet, die in lebensgefährlichen Situationen auftreten, oft ohne dass der Betroffene dabei verletzt wird. Das könnte man mit Todesangsterfahrung oder Todesfurchterfahrung übersetzen. Der Name ist irreführend, da die Betroffenen zwar damit rechneten zu sterben, aber oft angeben, keinerlei Angst empfunden zu haben. Es gibt keine exakte Statistik zu den einzelnen Elementen der Fear-Death-Experiences, jedoch scheinen deutlich weniger Erfahrungen mit dem Lichtwesen, Tunnelerfahrungen, Begegnungen mit feinstofflichen Wesen und Präkognitionen aufzutreten, als in Nahtod-Erfahrungen. Veränderungen von Zeit und Raum, besonders das Gefühl, dass alles in Zeitlupe abläuft, ist in der Fear-Death-Experience deutlich häufiger als in der Nahtod-Erfahrung erkennbar.
Während für die beiden anderen Erfahrungstypen kein biologischer Auslöser eindeutig nachzuweisen ist, wird die Fear-Death-Experience eindeutig durch die Erkenntnis des Betroffenen ausgelöst, dass er in Lebensgefahr schwebt. Dies führt zu einer maximalen Aktivierung des Körper mit erhöhter Reaktionsgeschwindigkeit, die subjektiv als Zeitlupenphänomen erlebt wird.
Bericht eines Bergunfalls von Heim bei einer Bergtour in den Schweizer Alpen. Er stürzte in einen steilen Schneecouloir, flog über einen Felsen hinaus, ungefähr zwanzig Meter frei durch die Luft und landete dann auf einer Schneekante. „Sofort, wie ich stürzte, sah ich ein, dass ich nun an den Fels geworfen werden müsse und erwartete den Anprall. Ich grub mit den gekrallten Fingern in den Schnee, um zu bremsen, und riss mir dadurch alle Fingerspitzen blutig, ohne Schmerz zu empfinden. Ich hörte genau das Anschlagen meines Kopfes und Rückens an jeder Ecke des Felsens, und ich hörte den dumpfen Schlag, als ich unten auffiel. Schmerzen aber empfand ich erst etwa nach einer Stunde. Während des Fallens stellte sich die erwähnte Gedankenflut ein. Was ich in fünf bis zehn Sekunden gedacht und gefühlt habe, lässt sich in zehnmal mehr Minuten nicht erzählen. Alle Gedanken und Vorstellungen waren zusammenhängend und sehr klar, keineswegs traumhaft verwischt. Zunächst übersah ich die Möglichkeiten meines Schicksals und sagte mir: Der Felskopf, über den ich nächstens hinausgeworfen werde, fällt unten offenbar als steile Wand ab, denn er verdeckte den unten folgenden Boden für den Blick; es kommt nun ganz darauf an, ob unter der Felswand noch Schnee liegt. Wenn dies der Fall ist, so wird der Schnee von der Wand abgeschmolzen sein und eine Kante bilden. Falle ich auf die Schneekante, so kann ich mit dem Leben davonkommen, ist aber unten kein Schnee mehr, so stürze ich ohne Zweifel in Felsschutt hinab, und dann ist bei dieser Sturzgeschwindigkeit der Tod ganz unvermeidlich. Bin ich unten nicht tot und nicht bewusstlos, so muss ich sofort nach dem kleinen Fläschchen Essigäther greifen, das ich beim Weggehen auf dem Säntis nicht mehr in die Tornisterapotheke geborgen, sondern nur in die Westentasche gesteckt habe, und davon einige Tropfen auf die Zunge nehmen. Den Stock will ich nicht gehen lassen, vielleicht kann er mir noch nützen. Ich behielt ihn dann auch fest in der Hand. Ich dachte daran, die Brille wegzunehmen und fortzuwerfen, damit mir nicht etwa ihre Splitter die Augen verletzen, allein ich wurde derart geworfen und geschleudert, dass ich der Bewegung meiner Hände hierfür nicht mächtig werden konnte. Eine andere Gedanken- und Vorstellungsgruppe betraf die Folgen meines Sturzes für die Hinterbliebenen. Ich sagte mir, dass ich, unten angekommen, gleichgültig, ob ich schwer verletzt sei oder nicht, jedenfalls, wenn immer möglich, sofort aus Leibeskräften rufen müsse: ‚Es hat mir gar nichts getan!‘ damit meine Begleiter, darunter mein Bruder und drei Freunde, aus dem Schrecken sich so weit aufraffen könnten, um überhaupt den ziemlich schwierigen Abstieg zu mir herab zu Stande zu bringen. Ich dachte daran, dass ich nun meine auf fünf Tage später angekündigte Antrittsvorlesung als Privatdozent jedenfalls nicht halten könne. Ich übersah, wie die Nachricht meines Todes bei den Meinigen eintraf und tröstete sie in Gedanken. Dann sah ich, wie auf einer Bühne aus einiger Entfernung, mein ganzes vergangenes Leben in zahlreichen Bildern sich abspielen. Ich sah mich selbst als die spielende Hauptperson. Alles war wie verklärt von einem himmlischen Lichte und Alles war schön und ohne Schmerz, ohne Angst, ohne Pein. Auch die Erinnerung an sehr traurige Erlebnisse war klar, aber dennoch nicht traurig. Kein Kampf und Streit, auch der Kampf war Liebe geworden. Erhabene und versöhnende Gedanken beherrschten und verbanden die Einzelbilder, und eine göttliche Ruhe zog wie herrliche Musik durch meine Seele. Mehr und mehr umgab mich ein herrlich blauer Himmel mit rosigen und besonders mit zart violetten Wölklein - ich schwebte peinlos und sanft (...), während ich sah, dass ich nun frei durch die Luft flog, und dass unter mir noch ein Schneefeld folgte. Objektives Beobachten, Denken und subjektives Fühlen gingen gleichzeitig nebeneinander vor sich. Dann hörte ich mein dumpfes Aufschlagen, und mein Sturz war zu Ende.“

Nahtodeserfahrungsähnliche Situationen unabhängig von Lebensgefahr


Während die meisten der typischen Nahtodeserfahrungen im Rahmen von lebensgefährlichen Krankheiten auftreten, erleben einige Menschen einzelne Nahtodeserfahrungselemente oder auch typische Nahtodeserfahrungssequenzen außerhalb von lebensgefährlichen Situationen. Sie treten besonders bei Ruhe und Entspannung auf, aber auch in Träumen, bei Meditationen, bei Stress, Übermüdung oder unter Drogeneinwirkung.14

Elemente


Der Parapsychologe Raymond Moody benennt neun Elemente, die das Todesnähe-Erlebnis charakterisieren sollen. Kenneth Ring teilt nur in fünf Elemente auf, während Stefan Högl gleich 15 nennt. Viele Menschen erleben nur ein oder zwei Elemente, andere fünf oder sechs.
Gelegentlich äußern Betroffene, dass es schwierig sei, Nahtodes-Erlebnisse in Worte zu fassen.67 Auf die Frage, ob sie meinten, dass ihr Bericht ihre Erfahrung verständlich und akkurat beschreibe, antworteten in einer von Jeffrey P. Long und Jody A. Long gemachten Befragung jedoch 80 % mit Ja.

Erlebnisinhalte


  • Außerkörperliche Erfahrung: Im Rahmen von Nahtod-Erfahrungen haben die Betroffenen oft das Gefühl, über ihrem Körper zu schweben und zu beobachten, was geschieht. „Dann habe ich die ganze Situation von oben gesehen und bin über das Gelände geschwebt. Ich habe vier Soldaten gesehen, die sich an mir zu schaffen machten. Sie haben mich getreten und weggetragen.“ (an der DDR-Grenze angeschossener Flüchtling, 1973) Sabom verglich die Berichte der Betroffenen von ihren außerkörperlichen Erlebnissen mit dem Operationsbericht und prüfte als ausgebildeter Kardiologe zusätzlich, ob die Beschreibungen der Wiederbelebungen den üblichen Vorgängen bei solchen Wiederbelebungen entsprechen. 26 der 32 Berichte enthielten nur sehr allgemeine Eindrücke und es waren auch bei gezielten Nachfragen keine genauen Einzelheiten zu erfahren. Sechs Berichte beschrieben auch Details der Wiederbelebung. Alle diese sechs traten im Rahmen eines Herz-Kreislaufversagens auf. Sowohl bei den ungenauen als auch bei den detaillierten Berichten stimmten die vorhandenen Beobachtungen mit dem realen Verlauf der Wiederbelebung überein und es wurden nur Dinge beobachtet, die man tatsächlich auch bei einer derartigen Wiederbelebung hätte beobachten können. Es kommen aber gelegentlich Fehlinterpretationen des Beobachteten vor - beispielsweise, dass einer der Erlebenden bei einer Operation am Herzen sah, wie mit einer Spritze am Herzen hantiert wurde und annahm es würde etwas gespritzt, tatsächlich wurde jedoch Luft aus der Herzkammer abgesaugt.S. 23, S. 83, S.117-151, S.267 Jedoch enthält nicht jede außerkörperliche Erfahrung eine zutreffende Beschreibung der Realität. Beispiele für außerkörperliche Erfahrungen, die offensichtlich nur geträumt oder halluziniert waren, wurden aus einer Fear-Death-Experience, von einer Geburt und im Zusammenhang mit nächtlichen Erwachen bei bestehender Schlafstarre bekannt.15S.44, S.198
  • Erkennen des eigenen Todes: „Eine Frau, die dabeistand, hörte ich sagen: ‚Ist er tot?‘ und jemand anderer gab zur Antwort: ‚Glaube ja‘.“ . Der Buchautor George Ritchie wunderte sich im Rahmen seiner Nahtod-Erfahrung geraume Zeit, warum Leute durch ihn hindurchgingen, ohne ihn zu sehen, und warum er hoch über dem Boden in einer unglaublichen Geschwindigkeit dahinfliegen konnte, bis ihm aufging, dass sein Erlebnis etwas mit dem Tod zu tun haben musste:16 „Und plötzlich kam ich wieder zu Bewusstsein. Ich fühlte mich von einem beängstigenden, bedrückenden, einengenden Zustand befreit. ... Erleichtert nahm ich das wiedererlangte Bewusstsein wahr: ‚Ich überlebte den Zusammenstoß‘ - das war mein erstes Empfinden. Doch mein ‚Erwachen‘ war nicht wie erwartet, da ich sogleich deutlich spürte: JETZT STERBE ICH.“ Je nach Untersuchung soll diese Erkenntnis in unter 10 % bis 92 % der Fälle auftreten.8

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  • Ein großer Teil der Betroffenen beschreibt einen Übergang, der am häufigsten als Durchgang durch einen Tunnel beschrieben wird, an dessen Ende helles Licht zu sehen ist. „Ich erinnere mich, dass ich in einer Art Tunnel war und auf eine helles Licht am Ende des Tunnels zuschoß. (...) eine Art grauer Pipeline mit Farben wie rote und goldene Lichtstrahlen.“ „Es war wie das Durchtauchen eines Brunnenschachtes, an dessen Ende sich eine Wiese befand.“ „Unter uns lag der wunderschöne Pazifische Ozean, über dem ich aufgeregt die Sonne auf und untergehen gesehen hatte, während der wenigen Tage, die ich hier gewesen war. Aber noch eine größere Pracht zog meine Aufmerksamkeit nach oben, wo eine Öffnung zu einer Wendeltreppe führte. Obwohl es noch sehr weit zu ihrem Ende schien, strahlte ein weißes Licht in die Dunkelheit der anderen Seite, wo die Öffnung lockte.“

  • Manche Betroffene besuchen das Jenseits; je nach Studie in einem Zehntel bis zwei Drittel der Nahtod-Erlebnisse.27 Ob es sich um die Hölle oder das Paradies handelt, soll kulturabhängig variieren.21718S.35-41, S.22 "Blumen, Blüten, Farben von nie erlebter Vielfalt und Pracht. Töne, die einer himmlischen Musik glichen und das Gefühl einer nie erlebten Glückseligkeit auslösten. Über allem ein Himmel aus blendfreiem, unvorstellbarem Licht, wie man es nicht einmal nach einer Schilderung erahnen kann."19 "Das zweite Erlebnis verlief anders, ich stieg abwärts! Unten war es finster, die Menschen jammerten, [da war] ein Feuer, sie wollten Wasser zu trinken... Dann kam jemand zu mir, schob mich zur Seite und sagte: «Du kommst nicht hierher. Du gehst wieder hoch. (...)"S.39-40

  • Verwandte oder übernatürliche Gestalten kommen, um den Betroffenen abzuholen: „frauw was muss ich dir sagen, Ich muss sterben, es ist ein Engel by mir gsin, der hat gsagt im vierten (oder tritten tag) wan die sonnen gieng, das sie eins gleichs hoch an den spitzen der Dannen [Tannen, Anm. S.L.] sey ehe sie gar drüber kern werd [... ] [ich] sterben.“ (Theodor Richards Baselischen Geschichten von 1600-1670).20 „Meine verstorbene Mutter, meinen Großvater, die Tochter meines Freundes, meinen Mann, der gestorben ist ... meinen kleinen Hund ... einen lange verstorbenen Märtyrer-Heiligen aus meiner Abstammungslinie...“S.61 „Rechts von mir stand die Schwester Ulrika (eine inzwischen seliggesprochene Frau) an meinem Bett. Ich habe sie glasklar gesehen, genau so, wie ich sie von den Bildern her kannte. Und dann links von mir stand der – der Fritze, also das Totengestell, den Sensenmann oder wie immer Sie ihn nennen wollen.“S.53 Schon in den von Papst Gregor dem Großen gesammelten Berichten erscheinen Apostel, Verwandte oder Freunden zur Abholung.S.67, 69, 81, 9321 In den von Osis und Haraldson untersuchten Totenbettvisionen aus Indien und Amerika kommen solche Wesen in 77 % bzw. 78 % vor; bei den Amerikanern überwiegend verstorbene Verwandte, in Indien eher religiöse Figuren. Auch Lebende können in Nahtod-Erfahrungen auftauchen. In von den von Fenwick gesammelten Fällen begegneten 40 % Fremden, 33 % sahen religiöse Figuren. In 38 % kam es zu Begegnungen mit Bekannten. Von denjenigen die während einer Nahtod-Erfahrung Bekannten begegnet sind, sahen 50 % einen toten Verwandten, 9 % einen toten Freund und 38 % jemanden, der noch am Leben war.S.79 Die „Abholungen“ sind in Totenbettvisionen häufig, dagegen in Nahtod-Erfahrungen verhältnismäßig selten; dort werden die Betroffenen eher „zurückgeschickt“.

  • Lebende tauchen in Nahtod-Erfahrungen sehr selten auf - und wenn dann in dem Zusammenhang, dass sie den Sterbenden ins Leben zurückziehen wollen. Ein Hauptunterschied zwischen Totenbettvisionen und Halluzinationen von Todkranken ist, dass Betroffene mit halluzinativer Krankengeschichte überwiegend Lebende sehen, während in Totenbettvisionen ohne halluzinative Faktoren vor allem Tote erscheinen.

  • Unbekannte Informationen: Manchmal erhalten die Betroffenen während einer Nahtod-Erfahrung Informationen, die ihnen bisher (anscheinend) nicht bekannt waren. Fälle, in denen man den Tod und möglicherweise auch die Todesumstände einer Person erfährt, von der man annehmen müsste, dass sie noch lebt, werden in der Literatur "Peak of Darien"-Fälle genannt.22 "Ich sah einen Mann, der mich liebevoll anschaute, den ich aber nicht kannte. Am Sterbebett meiner Mutter gestand sie mir, dass ich aus einer außerehelichen Beziehung geboren wurde, mein Vater sei ein Jude, der während des Zweiten Weltkrieges deportiert und getötet wurde, und meine Mutter zeigte mir sein Foto. Es stellte sich heraus, dass dieser unbekannte Mann, den ich vor Jahren während meiner Nahtod-Erfahrung gesehen hatte, mein leiblicher Vater war."23

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  • Licht/-wesen: In 40-77 % der Nahtod-Erfahrungen begegnet die Person einem höheren Lichtwesen. In 10 %-18 % der Nahtod-Erfahrungen tritt der Betroffene in das Licht ein und in etwa 23 % der Nahtod-Erfahrungen findet eine Kommunikation mit dem Lichtwesen statt.S.22, S.28-29, S.35-41, S.187 "Als ich mich weiterbewegte wurde mir ein helles extrem weißes Licht bewusst. (...) Das Licht strahlte ein Gefühl höchster Liebe aus, es war überwältigend. Ich könnte sagen, dass ich früher schon dort gewesen war und so glücklich war, wieder heimzukommen. Das Verstehen geschah durch augenblickliches anteilnehmen."S.67 "...Ich traf Gott....Gott war ein Wesen aus Licht. Ich weiß nicht ob es religiös war oder nicht. Dort gibt es keine Religion. Nur Reinheit und Licht." Das Licht wird oft als unvorstellbar hell oder tausendmal heller als die Sonne beschrieben, aber es blendet trotzdem nicht. Das Licht wird je nach Religionszugehörigkeit als Sonne, Gott, Engel oder als Widerspiegelung des allerhöchsten Bewusstseinszustandes des Menschen identifiziert.Hubert Knoblauch & Ina Schmied: Berichte aus dem Jenseits. Eine qualitative Studie zu Todesnäheerfahrungen im deutschsprachigen Raum.24

  • Als Lebensbilderschau Lebensrückblick oder -film können während des Nahtod-Erlebnisses Ereignisse aus der eigenen Vergangenheit vor dem inneren Auge ablaufen. Diese Phase des Nahtod-Erlebnisses tritt etwa in einem Drittel der Berichte über Nahtod-Erfahrungen auf.S.29f In Nahtod-Erfahrungen von vor Beginn der Neuzeit oder aus Ländern der Dritten Welt wie Indien wird der Lebensfilm meist durch eine Bewährungsprobe, eine Gerichtsszenerie oder ein Lebensbuch ersetzt.S.159ff

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  • In 8-29 % der Nahtod-Erfahrungen taucht im Jenseits eine Grenze, Mauer oder ähnliches auf, die der Betroffene nicht überschreiten darf, wenn er nicht endgültig sterben soll. "Als ich im Sterben lag, fand ich mich auf einmal in einem wogenden Kornfeld wieder. Es war wunderschön, alles leuchtend grün - von einer Farbe, wie es sie hier auf Erden nicht gibt. vor mir auf dem Feld erblickte ich einen Zaun und schickte mich an, auf ihn zuzugehen. Da sah ich einen Mann sich von der anderen Seite her ebenfalls dem Zaun nähern, als ob er mir entgegenkäme. Ich wollte zu ihm hingehen, doch merkte ich auf einmal, wie ich unaufhaltsam zurückgezogen wurde. gleichzeitig sah ich auch ihn umkehren und sich vom Zaun weg in die andere Richtung bewegen.

  • Rückkehr: In einigen Nahtod-Erfahrungen erscheinen die Wiederbelebungsmaßnahmen als Grund der Rückkehr. "Nach der Adrenalin-Spritze, wahrscheinlich in dem Augenblick, als mein Herz zum ersten Schlag angeregt wurde, geschah das Schreckliche mit mir: ich fiel in eine schwarze Tiefe hinunter. Mit einem unheimlichen "Ruck" und "Schock" schlüpfte ich in meinen schwerverletzten Körper zurück. Alles Schöne war plötzlich weg. Ich spürte: ich muss zurück. Ich kam wieder zum Wachbewusstsein und spürte unbeschreibliche Schmerzen. Sofort danach fiel ich wieder in Ohnmacht vor Schmerz, jedoch als wiederbelebter Mensch. Es kann aber auch eine bewusste Entscheidung zur Rückkehr erlebt werden: "Wir gingen durch einen Tunnel und kamen in den Himmel. Da waren wunderbare Blumen. Ich war bei Gott und bei Jesus. Sie sagten, ich müsse zurück zu meiner Mutter, weil sie verzweifelt sei. Sie sagten, ich müsse mein Leben zu Ende leben. Dann bin ich zurückgekommen und aufgewacht."S.73 In 72 % der von Fenwick untersuchten amerikanischen Nahtod-Erfahrungen wurde eine definitive Rückkehrentscheidung getroffen. Etwa die Hälfte der Beroffenen traf die Entscheidung selbst. Rückkehrentscheidungen sind bei Kindern seltener (52 %) und bei Jugendlichen (70 %) und Erwachsenen (75 %) zunehmend häufiger. Wobei Kinder und Erwachsene die Entscheidungen in der Hälfte der Fälle selber trafen, während das bei Jugendlichen nur in einem Drittel der Fälle vorkam.S.97 In den von Pasricha untersuchten 28 Nahtod-Erfahrungen aus indischen Dörfern wurden 23 Betroffene durch Boten zurückgebracht, weil die Person noch nicht sterben sollte, eine andere Person an der Reihe war, oder aufgrund eines "Fehlers".4

  • Bestätigung des Erlebten: Die Betroffenen haben oft den Eindruck, dass sich Beobachtungen, die sie im Rahmen von Nahtod-Erfahrungen gemacht haben, bestätigten, vor allem die außerkörperlichen Erlebnisse.S.111ffS.33ff, S.126fS.106ff22 „Ich befand mich über der Unfallstelle und sah dort meinen schwerverletzten, leblosen Körper liegen, genau in derselben Lage, wie ich das später von den Ärzten und aus den Polizeiberichten erfuhr.“

Sinneswahrnehmungen


  • Visuelle Wahrnehmungen: Oft können Betroffene das Licht schwer beschreiben, oder es werden Farben erwähnt, die es nicht gibt. "Unterwegs gab es viele Blumen, deren Namen ich nicht kannte, und ich fragte, wie sie hießen, und pflückte welche im Gehen. Und dabei redete ich mit diesem blendenden weißen Licht, das alle Farben hatte und gleichzeitig gar keine Farbe."S.22 Positive Gefühle sind oft mit leuchtenden klaren Farben verbunden, negative mit trüben und dunklen Farben. "Ich stand auf einer kleinen und sehr gefährlichen schwarzen Insel in einem schwarzen Fluss, der durch eine schwarze Landschaft unter einem schwarzen Himmel führte. Gerade als ich den Fluss überquerten wollte, erhob sich eine schwarze Krake aus dem schwarzen Wasser vor mir."S.59f

  • Akustische Wahrnehmungen: In der Nahtodeserfahrung können scheinbare Geräusche wahrgenommen werden z. B. ein Brausen, Rauschen oder auch Glockengeläut oder Musik, von kaum wahrnehmbar bis unvorstellbar laut. Ebenso können Geräusche die gesamte Bandbeite der Gefühle von unvorstellbar schön bis unvorstellbar schrecklich auslösen. Eine Wahrnehmung von Musik kam in 20-24 % der Nahtodeserfahrungen vor.218 "...Ich schien durchs Universum zu rasen! Das war auch ein gewaltiger Klang. Es war als würden alle großen Orchester der Welt gleichzeitig spielen; keine besondere Melodie und sehr laut. Kraftvoll aber irgendwie beruhigend."

  • Tastempfindungen sind selten, treten aber vermehrt in Nahtodeserfahrungen von Blinden auf.S.97ff

Emotionen


  • Glücksgefühl:Für viele Menschen sind überwältigende Gefühle von völliger Schmerzfreiheit, Frieden, Freude und Glücksseligkeit der bemerkenswerteste Teil ihrer Erfahrung. S.9S.36ff Da 88 % der von ihm befragten Personen Gefühle von Ruhe, Frieden oder Glück empfanden und diese Gefühle damit wesentlich regelmäßiger auftraten als jedes andere Element der Nahtodeserfahrung, nahm Fenwick an, dass diese Gefühle das zentrale Element der Nahtodeserfahrung seien. Tatsächlich schwankt die Häufigkeit dieses Elementes zwischen den Untersuchungen auch innerhalb derselben Kultur sehr stark zwischen 100 % und 32 %. S.69S.35-41, S.22, S.187,S.271 In seinem Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland wies Knoblauch nach, dass gerade die Gefühlslage während der Nahtodeserfahrung kulturabhängig ist. Während Westdeutsche zu 59,5 % ein wunderbares und zu 28,6 % ein schreckliches Gefühl hatten, war das Verhältnis bei Ostdeutschen mit in 40 % der Erfahrungen ein wunderbares und in 60 % ein schreckliches Gefühl beinahe umgekehrt. Knoblauch wählte jedoch eine sehr unscharfe Definition für Nahtodeserfahrungen, die beispielsweise auch Oneiroide einschließt, was das Ergebnis verfälscht haben könnte. Schröter Kunhardt, der scharf zwischen Oneiroiden und Nahtodeserfahrungen differenziert, fand bei seinen hundert gesammelten Fällen von deutschen Nahtodeserfahrungen mit 89 % einen ähnlich hohen Anteil positiver Gefühle wie Fenwick. Bei Totenbettvisionen wiesen Osis und Haraldson nach, dass Inder wesentlich häufiger nicht mit den Erscheinungen mitgehen wollten, die sie in eine andere Welt holen wollten als Amerikaner, und Inder äußerten auch wesentlich häufiger negative Gefühle gegenüber diesen.S.122, S.146 Rawlings kam zu dem Ergebnis, dass bei einer Befragung direkt nach der Wiederbelebung genauso viele gute wie schlechte Nahtodeserfahrungen erzählt wurden und führt die abweichenden Zahlen anderer Autoren darauf zurück, dass negative Erfahrungen innerhalb der nächsten Stunden oder Tage verdrängt würden.25

  • Präkognition und Allwissenheitsempfinden: In etwa 3 % bis 6 % der Nahtodeserlebnisse glauben die Betroffenen, in die Zukunft zu sehen. [http://www.familie-zwoelfer.de/nahtod/jenseits.htm M.Schröter-Kunhardt: Das Jenseits in uns. PSYCHOLOGIE HEUTE 6/1993, S. 64-69]S.305ff (Ring untersuchte einige Vorhersagen über den Ausbruch von Vulkanen, Erdbeben, Naturkatastrophen sowie Hungersnöte und Nuklearkriege. Keine der Prophezeiungen, die sich auf hinreichend konkrete Begebenheiten bezogen hatte, erfüllte sich.S.75 + 306-307) Manche Betroffenen haben berichtet, sie hätten während ihrer Erfahrung Zugang zu umfassendem Wissen gehabt, auf das sie jetzt jedoch keinen Zugriff mehr hätten. In Nahtodeserfahrungen taucht dieses Gefühl der Allwissenheit in jedem dritten Interview auf. S.304-305 "...Ich bekam all die Antworten, die ich wollte. Ich sah, dass es einen Plan gab und dass alles aus gutem Grund geschieht... darüber hinaus kam ich an einen Punkt, wo ich keine weiteren Fragen hatte, weil ich irgendwie den gesamten Plan wusste. Es war wie ein Erinnern, meine Seele hatte diese Weisheit vergessen gehabt..."S.74

Mystische Erfahrung und Folgen


Nah-Todeserfahrungen weisen die religions- und kulturunabhängigen Eigenschaften mystischer Erfahrungen auf: Einheits-Erleben, Transzendenz von Zeit und Raum, tief empfundene positive Stimmung, Gefühl der Heiligkeit, der Objektivität und Realität, Unaussprechlichkeit, Paradoxie und Flüchtigkeit des Erlebens sowie anhaltende positive Veränderung in Einstellung und Verhalten. Damit sind Nahtodeserlebnisse die häufigsten mystischen Erfahrungen überhaupt.
Menschen, die ein Nahtodeserlebnis hatten, glauben dauerhaft stärker an ein Leben nach dem Tod. Je länger die lebensgefährliche Situation her ist, desto größer ist diesbezüglich der Unterschied zwischen denen, die eine Nahtodeserfahrung hatten und denen, die keine hatten. 326 Pathologische Trauerreaktionen auf den Tod von Angehörigen nehmen deutlich ab, da man von deren Weiterexistenz überzeugt ist. Viele Menschen sind nach einem Sterbeerlebnis auch von der Existenz Gottes überzeugt und geben religiösen und ethischen Werten in ihrem Leben Vorrang.2627 Eine Hinwendung zu sozial-karitativen Tätigkeiten, eine höhere Wertschätzung von Sinnfragen, aber auch der eigenen Person und der Kürze und Kostbarkeit der Lebenszeit werden beschrieben. Damit geht ein erhöhtes Verantwortungsgefühl, eine Suche nach (Selbst-)Erkenntnis und Wissen und zuweilen eine Ästhetisierung von Natur- und Musikempfinden einher. Außerdem nehmen intuitive, präkognitive und außerkörperliche Erfahrungen zu. Gelegentlich kommt es auch zur Heilung psychischer Störungen, zuweilen gar zur völligen Kehrwendung von Verbrechern.

Nahtod-Erfahrungen von Blinden


Während ehemals Blinde, die durch eine Staroperation wieder sehen können, erst einmal lernen müssen, die gesehenen Bilder auszuwerten, erkennen Blinde während einer außerkörperlichen Erfahrung, sofort, was sie sehen.
Ausschnitt aus dem Bericht über die Nahtodeserfahrung einer von Geburt an vollständig blinden Frau: "Aber ich erkannte mein Haar. ... Es war sehr lang ... bis hinunter zur Taille. Ein Teil davon musste rasiert werden und ich erinnere mich, wie mich das aufregte... Und dann sah ich meinen Trauring an meiner linken Hand und den Trauring meines Vaters an der rechten Hand und ein Band aus Gold, das ich hatte."
Ring untersuchte eine Gruppe, von denen 14 von Geburt an blind waren. Die anderen Befragten hatten das Augenlicht schon früh verloren oder minimale Sehmöglichkeiten. Von denen, die ein Nahtod-Erlebnis berichteten, waren zehn von Geburt an blind, von jenen mit einem außerkörperlichen Erlebnis vier. Von ihnen waren zwei durch genetische Anlage blind, einer Person wurden die Augen im Alter von viereinhalb Jahren operativ entfernt, elf waren Frühgeburten aus der Zeit zwischen 1946 und 1958. Sie hatten durch eine überhöhte Dosis Sauerstoff im Inkubator eine Frühgeborenenretinopathie erlitten. Rings Befunde zeigen, dass Blinde aller Grade von den klassischen Nahtodeserlebnissen berichten.
Wie Sehende machen auch Blinde dabei überprüfbar richtige Beobachtungen. Auf Long Island beschrieb eine siebzigjährige Frau sehr genau und anschaulich, was um sie herum passierte, als die Ärzte sie nach einem Herzanfall reanimierten. Diese Frau war seit ihrem achtzehnten Lebensjahr blind. Sie konnte nicht nur beschreiben, wie die angewendeten Instrumente aussahen, sondern sogar ihre Farbe angeben. Das Erstaunlichste war, dass es die meisten dieser Instrumente noch gar nicht gab, als diese Frau vor über fünfzig Jahren das Augenlicht verlor. Und die Krönung war, dass sie sogar wusste, dass der Arzt einen blauen Anzug anhatte, als er mit der Reanimation begann.

Nahtod-Erfahrungen bei Suizidversuchen


In den Anfängen der Nahtod-Forschung wurde die Ansicht verbreitet, dass Suizidanten überwiegend negative Nahtod-Erfahrungen hätten. Moody - ein Pionier in der Erforschung von Nahtod-Erfahrungen - beispielsweise behauptet in „Leben nach dem Tod“, in allen ihm bekannten Fällen von suizidbedingten Nahtod-Erfahrungen hätten die Betroffenen von höllen-ähnlichen Erfahrungen oder gar einer „Strafe für ihren ‚Verstoß gegen die Regeln‘ “ gesprochen, und dass diese Berichte allesamt im Einklang mit den „uralten theologischen und sittlichen Gründen gegen den Freitod“ stünden (während Moody an anderer Stelle des Buches die Übereinstimmung von Nahtod-Erfahrungen mit biblischen Vorstellungen von Himmel und Hölle bestreitet). Nahtod-Forscher wie etwa der US-amerikanische Psychologie-Professor Kenneth Ring haben hingegen schon früh nachweisen können, dass zwischen Menschen, die nach einem Suizidversuch gerettet werden konnten, und denen, die aus einem anderen Grund „fast“ gestorben sind, kein statistisch signifikanter Unterschied hinsichtlich der Nahtod-Erfahrungen besteht.

Ursachen


In der Literatur werden verschiedene Phänomene diskutiert, die für die Erklärung von Nahtod-Erfahrungen herangezogen werden. Der Erklärungswert aus anderen Bezügen ist jedoch begrenzt, da man bisher lediglich die Ähnlichkeit von Teilaspekten von Nahtod-Erfahrungen mit anderen Phänomenen beobachten konnte. Eine wirkliche Erklärung von Nahtod-Erfahrungen setzt voraus, dass unter Laborbedingungen mittels der angenommenen Parameter eine komplette Nahtod-Erfahrung reproduziert wird, die von einem Experiencer nicht von der eigenen Nahtod-Erfahrung unterschieden werden könnte. Solch eine künstliche Nahtod-Erfahrung ist bisher noch nicht unter wissenschaftlichen Bedingungen herbeigeführt worden. Neben der immer noch weitgehenden Unkenntnis der zugrundeliegenden Wirkungszusammenhänge einer Nahtod-Erfahrung bestehen auch starke ethische Bedenken gegen die Herbeiführung einer künstlichen Nahtod-Erfahrung.

Halluzinationen


Aus der Psychopathologie sind autoskopische Halluzinationen bekannt, bei denen jemand ein Bild von sich selbst außerhalb seines eigenen Körpers sieht, ähnlich der außerkörperlichen Erlebnisse.Bruce Greyson, M. D.: [http://www.scielo.br/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0101-60832007000700015&lng=&nrm=&tlng=en Near-death experiences: clinical implications.] Revista de Psiquiatria Clínica 34, supl 1; S. 49-57, 200728Greyson B.: The near-death experience as a focus of clinical attention. J Nerv Ment Dis. 1997 May;185(5):327-34. PMID 9171810S.130S.216-217 Heinrich Klüver hat in den 1930er Jahren aus optischen Halluzinationen abstrakte Grundformen isoliert, deren Entstehung er dem Auge und dem Zentralnervensystem zuschrieb. Eines dieser Grundmuster ist ein Tunnel.S.217-219 + S.23529 Patienten im Delirium leiden häufig unter alptraumartigen Halluzinationen, in denen Tiere, oft auch Insekten, vorkommen. Das Denken verläuft sprunghaft, ungeordnet und ohne Ziel. Die Patienten schauen ihren Sinnestäuschungen scheinbar unbeteiligt zu, als ob sie sich in einiger Entfernung auf einer Filmleinwand abspielten.S.127-129

Träume


Die Nahtodeserfahrung wurde mit Traumtypen verglichen, insbesondere mit Klarträumen, Oneiroiden und dem G-LOC-Dreamlet (Bewußtseinsverlust von Jetpiloten durch hohe Fliehkräfte).S.212, 238ff29 Klarträume haben mit den Nahtodeserfahrungen gemeinsam, dass die Erfahrenden sich bewusst sind, dass ihr Erleben sich vom wachen Alltag unterscheidet. Oneiroide sind Träume, bei denen der Erlebende sich als wach empfindet. Sie treten bei langdauernder Bewusstlosigkeit auf. In einer repräsentativen Befragung von 2000 Deutschen, die von Schröter-Kunhardt durchgeführt wurde, enthielten 27 % der Nahtoderfahrungen auch oneiroidale Traumsequenzen. Umgekehrt gibt es auch viele Oneiroide, die einzelne Nahtodeserfahrungselemente enthalten.6371830

Depersonalisation


Bei der Depersonalisation handelt es sich um eine krankhafte Selbstwahrnehmung, bei der die betroffene Person den Eindruck hat, dem eigenen Bewusstsein fremd gegenüberzustehen und ohne eigene Anteilnahme zu agieren. Mit der Nahtodeserfahrung hat die Depersonalisation gefühlsmäßige Distanzierung von der materiellen Realität und eine Entfremdung vom eigenen Körper und der Umwelt gemeinsam. In 19-26 % der Fälle treten auch im Rahmen der Depersonalisation außerkörperliche Erlebnisse auf. Wie das außerkörperliche Erlebnis ereignen sich auch Depersonalisationen häufig bei sonst gesunden Menschen, bei cerebraler Aktivierung und in lebensbedrohlichen Situationen. Depersonalisationsphänomene werden allerdings im Gegensatz zu Nahtodeserlebnissen bei Kindern und Menschen über 45 Jahren nicht beobachtet, und sie chronifizieren oft. Es überwiegen negative Gefühle wie Empfindungslosigkeit, Angst, Panik, Fremdheits- und Krankheitsgefühl. Selbst- und Realitätsgefühl sind beim Nahtodeserlebnis oft deutlich gesteigert.

Dissoziation


Als Dissoziation bezeichnet man es, wenn zusammengehörige Denkvorgänge oder Handlungsabläufe in Einzelheiten zerfallen. Dissoziative Reaktionen treten oft bei traumatischen Erfahrungen auf, wie beispielsweise bei Mißbrauchserfahrungen. Da in einer Nahtodeserfahrung die Persönlichkeit als vom Körper, seinen Schmerzen und den damit verbundenen Ängsten abgelöst erlebt wird, handelt es sich hierbei definitionsgemäß um eine dissoziative Leistung. Auch die gelegentlich in Außerkörperlichen Erlebnissen von außen beobachteten autonomen körperlichen Aktivitäten sind Hinweise auf den dissoziativen Charakter der Nahtodeserlebnisse und außerkörperlichen Erlebnissen.31 Bei Menschen, die Nahtodeserlebnisse hatten, wurde in wenigen Untersuchungen nachgewiesen, dass sie gehäuft dissoziative Züge hatten, allerdings im Ausmaß deutlich geringer ausgeprägt als bei dissoziativen Störungen. Selten kam ein Übergang eines Nahtodeserlebnisses in eine dissoziative Störung vor.
Typisch für dissoziative Zustände ist die veränderte Zeitwahrnehmung. Die dissoziative Abspaltung einiger Leistungsbereiche geht dabei zugleich mit einer höchsten Aktivierung anderer wie z. B. des Gedächtnisses in Form des Lebensfilmes einher. Auch das Auftreten von unkontrollierbarer außersinnlicher Wahrnehmung im Nahtodeserlebnis, ist ebenfalls typisch für dissoziative Störungen. Es wurde vorgeschlagen, dass es sich bei diesen Begegnungen um Wunscherfüllungen handele. 24
Russel Noyes hat über 200 Berichte von Personen, die eine tödliche Gefahr überlebt hatten, gesammelt und sich dabei auf Unfallopfer konzentriert. Es handelte sich also weitgehend um Fear-Death-Experiences. Seiner Ansicht nach löst eine plötzliche Gefahr einen Alarm des Zentralnervensystem aus, "der einen situationsangepassten neuralen Mechanismus freisetzt, der erhöhte Wahrnehmung mit einer Dissoziation des Bewusstseins von dieser Wahrnehmung verbindet." Dabei beruft sich Noyes auf die Neurologen Harper und Roth, die jene Kombination von Wahrnehmung und Hemmung auch bei bestimmten epileptischen und "phobischen Angst-Depersonalisations" -Syndromen vermuten. Noyes teilt die Nahtodeserfahrung in drei Phasen ein: Die erste markiert den Anfang, wo die Personen einerseits schnelle Gedankengänge durchleben, sich aber auch durch Schmerzfreiheit und Außerkörperliches Erlebnis dissoziieren, die zweite manifestiert sich mit der Lebensrückschau, welche Noyes für einen Rückzug von der Zukunft durch nostalgische Sehnsucht nach der kindlichen Unschuld von einst erachtet, die sich im Anblick des nahenden Todes entwickelt. Eine dritte Phase ist durch mystisch-transzendenten Inhalt gekennzeichnet, den Noyes für Wunschphantasien hält.

Psychosen


Schizophrenie kann zu Verzerrungen des Denkens und der Wahrnehmung führen, hierbei handelt es sich jedoch um ein die ganze Persönlichkeit durchdringendes Muster an zwischenmenschlichen Defiziten, das bei Menschen mit Nahtodeserlebnissen nicht vorhanden ist. Das Todesnähe-Erlebnis ist ein in sich schlüssiges Erlebnis, das Anfang und Ende hat und sich positiv auf das eigene Leben auswirkt. Bei der Schizophrenie dagegen kommt es zu unzusammenhängendem, sinnentleertem Erleben, das lange Zeit - manchmal das ganze Leben - anhalten kann und den Kranken belastet.
Bei psychisch kranken Menschen sind Nahtodeserlebnisse etwa genauso häufig oder selten wie bei psychisch gesunden Menschen. Die NDEs psychisch kranker Menschen bestehen aus den typischen Nahtodeserlebnis-Elementen und unterscheiden sich formal und inhaltlich deutlich von ihren psychopathologischen Erfahrungen und ihrem Ich-Erleben. Es fehlen zumeist anhaltende manische oder depressive Affekte, alle Arten von psychotischen Erlebnisweisen wie beispielsweise formale Denkstörungen und schnelle Stimmungswechsel von Angst und Glück. Außerdem lassen sich Nahtodeserlebnisse ähnlich wie Träume durch ihre kurze Dauer und ihre adaptive, sinnvolle Funktion für die Psyche von den Psychosen abgrenzen.

Erhöhte Kohlendioxidkonzentration im Blut bei Nahtod-Erfahrungen


Die Forscher Zalika Klemenc-Ketis, Janko Kersnik und Stefek Grmec berichteten im April 2010 von Untersuchungen, in denen bei Patienten mit Herzstillstand und einer Nahtod-Erfahrung eine signifikant höhere Kohlendioxidkonzentration und ein erhöhter Kaliumspiegel im Blut gefunden wurden.32 Als Vergleich dienten Patienten mit Herzstillstand ohne Nahtod-Erfahrung, bei denen diese signifikanten Erhöhungen fehlten. Ein erhöhter Kohlendioxidspiegel im Blut bzw. im Gehirn wird in Verbindung gebracht mit ungewöhnlichen Eindrücken, Lichtblitzen, Visionen und dem Gefühl, sich vom Körper zu lösen. Einschränkend betonen aber die Forscher, dass Kohlendioxid nicht den Detailreichtum und die Klarheit einer Nahtod-Erfahrung erklären kann, und das unterscheide Nahtod-Erfahrungen von einem künstlich ausgelösten Kohlendioxid-Rauschzustand.33

Sauerstoffmangel


Die Symptome des Sauerstoffmangels kennt man aus der Luftfahrt und als die Höhenkrankheit bei Bergsteigern. Dazu zählen Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen. Es kann ein Hirnödem auftreten, das zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, Ataxie und Sehstörungen führt.3435 Einige Autoren nehmen an, dass Nahtodeserlebnisse auf Sauerstoffabwesenheit im Gehirn (zerebrale Anoxie), Sauerstoffmangel (Hypoxie) oder einen Überschuss an Kohlendioxyd (Hyperkapnie) zurückzuführen seien. Es wurde vorgeschlagen, dass der Sauerstoffmangel bewirken könnte, dass die Hemmung der Sehrinde durch den Schläfenlappen, die, wenn das Gehirn normal funktioniert, immer vorhanden ist, wegfällt oder abgeschwächt wird. Da die Sehrinde so organisiert ist, dass viele Zellen dem Zentrum des Gesichtsfeldes zugeordnet sind und wenige dem Rand, könnten zufällige Erregungen des Schläfenlappens zu dem Eindruck führen, dass es in der Mitte des Gesichtsfeldes hell und am Rande dunkel sei, was wie ein Tunnel wirken könne. Dagegen spricht, dass diese Theorie die mystische Qualität des Lichtes nicht ebenso wenig erklären kann, wie farbige oder komplexer aufgebaute Tunnel und das Sehen von Personen im Tunnel. Auch sollten nach dieser Theorie nach dem Erreichen des Lichtes die optischen Wahrnehmungen aufhören, was nicht der Fall ist.
Meduna verabreichte in den 1940er Jahren psychiatrischen Patienten verschiedene Mischungen aus Sauerstoff und Kohlendioxid. Einige sahen bunte Farben, geometrische Muster, wirbelnde sich drehende Kreise, die in einen Tunnel oder ein gerades Rohr führen. Es wurden wundervolle Gefühle berichtet bis hin zur Ekstase. Die meisten Träume waren positiv doch einige auch so angsterregend, dass die Patienten in panischer Angst erwachten. Es traten Gefühle von kosmischer Bedeutung und universeller Liebe auf. Einige hatten außerkörperliche Erfahrungen und erlebten vergangene Erinnerungen wieder. Allerdings treten Nahtodeserlebnis-Elemente im Rahmen von Sauerstoffmangel selten und isoliert auf. Umgekehrt fehlen bei den NTE neurologische Symptome wie Muskelkrämpfe, motorische Automatismen wie automatische Kopfbewegungen, Blickdeviationen, Lippenlecken, Kauen oder Tastbewegungen, ja sogar komplexe automatische Bewegungen wie Kopfbeben, Hinsetzen oder Aufstehen. Außerdem bewirkt eine künstliche Hypoxie deutliche Störungen der geistigen Leistungen, während Nahtodeserlebnisse geistige Höchstleistungen sein sollen.
Ein Phänomen, bei dem die Sauerstoffversorgung des Gehirns vermindert ist, ist der G-LOC (Gravity Loss of Conciousness, deutsch: Bewusstseinsverlust durch Schwerkraft) von Kampfpiloten. James Whinnery hat über einen Zeitraum von 16 Jahren eine Studie mit über 1000 G-LOCs durchgeführt. Bei einem Durchschnittsalter von 32 Jahren dauerte der G-LOC etwa 12 (+/- 5) Sekunden, wobei es bei 70 % der Personen zu Schüttelkrämpfen gekommen ist. Rund 50 % der Betroffenen erkennen ihren G-LOC nicht auf Anhieb und sind bei einer Videovorführung entsprechend erschüttert. Entsprechend dem Grad dieser Bewusstheit spricht Whinnery von vier G-LOC-Typen, die dabei den Grad der Blutleere widerspiegeln sollen. Nur beim intensivsten Typ würde ein Dreamlet berichtet. Bei hoher Schwerkraft werden zuerst die am weitesten von der versorgenden Ader entfernten Ränder der Netzhaut nicht ausreichend versorgt. Das Bild verliert vom Rand her seine Farbe und wird dan vom Rand zur Mitte hin nach und nach dunkler. Es entsteht eine Tunnelvision, manchmal auch ein völliger Visionsverlust, die auf die mangelnde Durchblutung der Retina zurückzuführen sind.36 Whinnery (1997) ist der Ansicht, dass Nahtodeserlebnisse mit den Dreamlets folgende Eigenarten gemeinsam hätten: Tunnelvision und helle Lichter, das Gefühl zu treiben, angenehme Gefühle, kurze bruchstückhafte Bilder und selten das Gefühl den Körper zu verlassen. Andererseits berichten Betroffene, dass der "Tunnel" mitten während der Nahtodeserfahrung auftaucht, nicht vor dem eigentlichen Dreamlet wie bei den Piloten. Man bewege sich durch einen Tunnel der schwarz oder auch farbig sein und verschiedene Gestalt haben kann, während die Piloten lediglich eine starke Einengung des Gesichtsfeldes verspüren.
Piloten, die darin trainiert wurden, mit durch erhöhte Schwerkraft hervorgerufener Bewusstlosigkeit umzugehen, berichteten manchmal von Autoskopieerfahrungen, die von einigen Autoren mit außerkörperlichen Erfahrungen gleichgesetzt werden.
Manche Forscher machen Sauerstoffmangel für alle Aspekte der Nahtodeserfahrungen verantwortlich, obwohl einige Nahtodeserlebnisse auch völlig ohne Sauerstoffmangel auftraten, beispielsweise wenn die Person nur befürchtete zu sterben oder in vereinzelten Nahtodkontakten völlig gesunder Menschen.

Herzstillstand


Michael Sabom berichtete 1982 von einem 60jährigen Mann, der einen Herzinfarkt mit Herzstillstand hatte und sich erinnerte, das Krankenhauspersonal von oben beobachtet zu haben, als diese etwas Blut aus seiner Oberschenkelarterie entnahmen. Die Blutgaswerte seien fast normal gewesen. Allerdings sind solche Blutmessungen laut Guksman & Kellerhear (1990) kein Maßstab dafür, wie viel Sauerstoff dem Gehirn zur Verfügung steht.
In einer Studie wurden die Betroffenen innerhalb einer Woche nach einem Herzstillstand interviewt. 7 von 63 Patienten hatten Erinnerungen an ein Nahtodeserlebnis. Der einzige physiologische Unterschied zwischen den Gruppen mit und ohne Erinnerung an ein Nahtodeserlebnis war, dass diejenigen mit einem solchen Erlebnis im Schnitt mehr Sauerstoff im Blut hatten. Diese Studie ist nicht geeignet, die Sauerstoffmangeltheorie unzweifelhaft zu widerlegen, da alle Patienten mit Herzstillstand unter Sauerstoffmangel gelitten haben dürften, der aber unterschiedlich stark ausgeprägt war. In einer ähnlichen Studie wurde festgestellt, dass diejenigen Patienten die aufgrund des Sauerstoffmangels Probleme mit ihrem Gedächtnis hatten, erheblich seltener Erinnerungen an Nahtodeserlebnis hatten als andere.9
Bei den Forschungen von Ring an 101 Patienten, die klinisch tot gewesen waren oder sich in einem Lebensbedrohlichen Zustand befunden hatten, waren Todesnäheerlebnisse wesentlich häufiger (Häufigkeit der häufigsten Symptome 60-25 %) als in den Herzstillstandsstudien . Als mögliche Ursache wurde genannt, dass Rings Patienten im Schnitt jünger waren.

Drogen und körpereigene Botenstoffe


Halluzinogene wie LSD, Meskalin, Ketamin und Haschisch rufen vereinzelt alle Nahtodeserlebnis-Elemente bis hin zu vollständigen Nahtodeserlebnis-Sequenzen auf. Deshalb gehen einige Autoren davon aus, dass die entsprechenden körpereigenen Botenstoffe und die zuständigen Rezeptoren im Gehirn für die Nahtodeserfahrungen verantwortlich seien und die Nahtodeserfahrungen komplexe halluzinatorische Erfahrungen seien.2437S.201
Stanislav Grof teilt die Drogenerfahrungen in vier Kategorien auf, darunter psychodynamische Erfahrungen aus Erinnerungen an traumatische oder besonders schöne Erlebnisse. Gelegentlich tritt auch eine Lebensrevision auf, wie sie aus Nahtodeserfahrungen bekannt ist. Transpersonale Erfahrungen vermitteln ein Gefühl, dass sich das Bewusstsein über die gewöhnlichen Ichgrenzen hinaus ausdehnt. Hierzu könnten außerkörperliche Erfahrungen, Begegnungen mit geistigen Wesenheiten und Lichtvisionen passen, aber auch Dinge, die in Nahtodeserfahrungen eher selten vorkommen wie Reinkarnationserinnerungen und Erinnerungen an die Fötalzeit. S.73ff

Schläfenlappenaktivität und Epilepsie


Das Nahtodeserlebnis benötigt höhere Hirnfunktionen: unter anderem das Raphe-, und das Locus-coeruleus-, das Gedächtnis- und das limbische System, den präfrontalen Cortex, das cholinerge System des basalen Vorderhirns sowie die thalamischen Kerne.63839 Morse und Kollegen haben ein Modell vorgeschlagen, das auf dem Neurotransmitter Serotonin basiert und die Schritte bis zur Auslösung von Nahtod-Erfahrungen erklären soll. Dabei wird dem Schläfenlappen, auch Temporallappen genannt, eine zentrale Bedeutung beigemessen. Dieses Großhirnareal beherbergt mit Amygdala und Hippocampus zwei wichtige Bestandteile des limbischen Systems, bei denen vieles darauf hindeutet, dass sie an der Nahtodeserfahrung beteiligt sind.6S.243 Durch Reizungen der rechten Schläfenregion der Gehirnrinde im Bereich (zumeist unterhalb) des Sulcus lateralis (Gyrus temporalis superior et medius) lassen sich außerkörperliche Erlebnisse hervorrufen und das Gefühl, der Körper würde sich verformen, kann auftreten.638712 Chirurgen der Universität Genf berichteten, wie sie ein außerkörperliches Erlebnis künstlich ausgelöst hatten, indem sie auf der Suche nach dem Ursprungsort der Epilepsie einer Frau einen Strom im Gyrus angularis angelegt hatten. Allerdings nahm die Patientin ihren Körper nur fragmentarisch und verzerrt wahr, während in Berichten über spontane außerkörperliche Erfahrungen solche Störungen des Körperbildes nicht auftauchen.3
Auch im Rahmen von epileptischen Anfällen, besonders bei möglichen Temporallappenepilepsien (PTLE) wurden außerkörperliche Erlebnisse beobachtet.12 Der Schläfenlappen reagiert empfindlich auf Sauerstoffmangel.638712
Künstlich induzierte oder spontane elektrische Entladungen im Bereich von Hippocampus und Corpus amygdaloideum führen unter anderem zum Auftreten von Erinnerungsbruchstücken.6
Persinger wies nach, dass eine hohe Fähigkeit zur Imagination bzw. Erinnerung an Kindheitserlebnisse mit Temporallappenaktivität und der Anzahl von Spikes pro Minute über den Temporallappen korrelierten.6 Elektrische Stimulation des Temporallappens führt manchmal zum plötzlichen Auftauchen längst vergessener Erinnerungen, was eine Verbindung mit dem „Lebensfilm“ nahelegt.6712 Entdecker dieses Phänomens war Penfield 1958.40
Der Hippocampus liegt im Schläfenlappen und ist eine zentrale Schaltstation des limbischen Systems und wichtig für die Überführung von Gedächtnisinhalten aus dem Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis. Er ist möglicherweise neben dem Corpus amygdaloideum für die typische Hypermnesie in Nahtodeserfahrungen und Außerkörperlichen Erlebnissen mitverantwortlich, da er über die im Rahmen von Theta-Gipfeln und die dadurch bewirkte Aktivierung von N-Methyl-D-Aspartat-(NMDA) Rezeptoren - von denen der Hippocampus besonders viele besitzt - induzierten Langzeiterregung besonders für Lern- und Speicherungsleistungen zuständig sein soll.6S.255
Mystische Gefühle sind laut der Hirnforschung im rechten Temporallappen lokalisiert. In der jüngeren Forschung wurden Elektroden tiefer in den Temporallappen eingeführt, und man erzeugte dabei Gefühle des Schwebens und des Gehobenwerdens, mystische und religiöse Erfahrungen und traumähnliche Sequenzen.31212 Auch Patienten mit Symptomen für Mögliche Schläfenlappenepilepsie (PTLE (Possible Temporal Lobe Epilepsy) mit abnormer Schläfenlappenaktivität berichten teilweise unter EEG-Überwachung vermehrt von subjektiven paranormalen und kosmisch-mystischen Erlebnissen, Glückseligkeitszuständen, All-Einheitsgefühle sowie Konversionserlebnissen und Hinwendungen zur Religion. Dabei kommt es auch zu einer besonderen Lebendigkeit der szenischen Bilder.6
Mehrere Autoren fanden auch bei einer großen Anzahl von Poltergeist-Fällen bei der den Spuk auslösenden Person eine hohe Inzidenz von epileptischen Störungen, was als Hinweis auf eine epileptoide Basis auch paranormaler psychokinetischer Leistungen zu interpretieren ist.6 Viele Temporallappen-Epilepiker machen Deja-vu-Erfahrungen von etwas, das ihnen völlig vertraut erscheint, obwohl das nicht zutrifft. Diese lassen sich manchmal durch elektrische Stimulation des Temporallappens hervorrufen.126 Einige haben Erscheinungen toter Freunde und Verwandter oder berichten über paranormale Erfahrungen.12 Veränderungen der Zeitwahrnehmung können Zeichen einer Schläfenlappenepilepsie sein.6 Die Temporallappenepilepsie führt zu verschiedenen visuellen Phänomenen wie verschwommener Sicht, Hemianopsie (einer Blindheit des halben Gesichtsfeldes), völliger Blindheit sowie in groben Lichtblitzen, verschiedenfarbige Lichtvisionen.6
Nahtodeserlebnisse treten ähnlich plötzlich wie ein epileptischer Anfall auf und haben auch eine anfallsartig kurze Dauer. Das spricht für eine Art epileptoider (=epilepsieähnlich) Entladung, die zu einer sehr schnellen Entwicklung von Bildern oder Halluzinationen führt. Bei außerkörperlichen Erlebnissen sind im EEG jedoch keine epileptoiden Potentiale vorhanden.612 Während epileptischer Anfälle aller Art, besondere aber solcher des Schläfenlappens, fällt die Leistungsfähigkeit beim logischen Denken und beim Erinnern deutlich ab, während das Nahtodeserlebnis zu einer eine enorme Steigerung derselben führt. Tatsächlich zeigen sich während induzierter Außerkörperlichen Erlebnissen in entsprechenden EEG-Ableitungen keine epileptoiden Potentiale.612 Bei epileptischen Anfällen des Schläfenlappens treten bizarre Körperwahrnehmungsstörungen, Gefühle der Furcht und automatische Bewegungen auf. Hinzu kommen Schmerzen, Krämpfe, Schwindel und abrupte Gefühlsausbrüchen oder déjà-vus, sowie manchmal auch (gesteigerten) sexuelle Empfindungen. All das kommt in Nahtodeserlebnissen nicht vor. Schließlich sind die optischen Halluzinationen im Rahmen von Schläfenlappenepilepsien im Gegensatz zu den komplexen Bildern von Nahtodeserlebnissen eher bizarr und fragmentarisch, und die typischen Geruchs- und Geschmackshalluzinationen zu Beginn eines solchen Anfalls fehlen im Nahtodeserlebnis völlig.6 Schläfenlappenepilepsie weist oft psychotische Züge auf. Nahtodeserfahrungen tragen dagegen zur gesunden Weiterentwicklung der Persönlichkeit bei.6
Mit ihren gelegentlich Nahtodeserfahrungs-ähnlichen Symptomen liefern Epilepsien Hinweise darauf welche Hirnareale beim Nahtodeserlebnis eine Rolle spielen. Insgesamt ist ein epileptischer Anfall des Schläfenlappens eine ungeordnet auftretende Störung bestimmter Areale des temporolimbischen Systems. Dagegen deutet die Symptomatik der Nahtodeserlebnisse auf eine äußerst genau gesteuerte Aktivation derselben Gehirnbereiche hin.612
Bekannt durch Themensendungen von BBC und der ARD ist der Fall der Nahtod-Erfahrungen von Pam Reynolds, deren Beschreibung ursprünglich auf Michael B. Sabom zurückgeht. Während die Patientin einer Gehirnoperation unterzogen wurde, zeigten mehrere Messinstrumente ein so genanntes Null-Linien-EEG, da im Gehirn durch die besondere Operationsmethode mittels Unterkühlung, Blutabzug und Medikamentenwirkung keinerlei messbare Aktivität vor sich ging. Die Augen der Patientin waren zugeklebt und die Ohren wegen der Hirnstrommessungen zugestöpselt. Nach der Darstellung von Sabom beschrieb Reynolds hinterher, sich daran zu erinnern, während des Eingriffs etwa zwei Meter über dem OP-Tisch geschwebt zu sein. Sie gab außerdem Details der Gespräche während der Operation wieder und berichtete von den Eingriffen an ihrem Gehirn, wobei sie auch das Aussehen der Spezialinstrumente und deren Anwendung detailliert beschreiben konnte.Michael B. Sabom: Light and Death. One Doctor's Fascinating Account of Near-death Experiences. Zondervan Publishing House, 1982, ISBN 0-310-21992-2. [http://www.near-death.com/experiences/evidence01.html People Have NDEs While Brain Dead] das Buchkapitel über Pam Reynolds online

Einzelmeinungen zu übernatürlichen Erklärungen


  • Bruce Greyson ist Professor für Psychiatrie und veröffentlichte zwischen 1979 und 2007 mehr als 100 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, über 75 Präsentationen auf internationalen Konferenzen und ein Buch zu Nahtodeserfahrungen. Er ist Gründungsmitglied der International Association for Near-Death Studies und seit über 20 Jahren Editor vom Journal of Near-Death Studies. 4142 Anfangs beschäftigte er sich überwiegend mit den psychologischen Ursachen und Folgen von Nahtodeserfahrungen und gab in den frei erhältlichen Kurzfassungen der Artikel keine Aussage zu der Frage ab, ob er sie für reale Erfahrungen oder für Einbildung hielt. Seit 1999 vertrat er in seinen Artikeln die Ansicht, dass die erhöhte Bewusstheit während der Phasen, in denen die Gehirnfunktion ernsthaft gestört ist, über herkömmliche Modelle nicht befriedigend erklärt werden kann.
  • Kenneth Ring ist ein an der Universität von Connecticut tätiger Professor der Psychologie und Gründer der INTERNATIONAL ASSOClATION FOR NEAR-DEATH-STUDIES (IANDS). Nachdem er 1999 seine Studie zu Nahtodeserfahrungen von BlindenS.125 sowie eine Befragung und statistische Untersuchung von über hundert anderen Nahtoderfahrungen35ff durchgeführt hat, sagt er über seine Meinung zum Tod: „Ich glaube, es gibt nur das Leben. Wenn der physische Körper ausgedient hat, löst sich die Seele von ihm und lebt weiter. Todesnähe-Erlebnisse haben mir ein gutes Bild davon vermittelt, wie diese Trennung von Körper und Geist vor sich gehen wird.“S.167
  • Peter Fenwick ist Neurologe und Präsident des britischen Zweiges der International Association for Near Death Studies.Schutzumschlag In seinem Buch äußert er die Meinung, dass sich vieles nur erklären lässt, wenn man annimmt, dass bei der Nahtoderfahrung tatsächlich etwas den Körper verlässt, betont aber andererseits den starken Einfluss, den physiologische Vorgänge und kulturelle Prägung darauf haben, in welcher Form die Erfahrung letztlich ins Bewusstsein gelangt.S.45, S.54f, S.69, S.127f, S.162f, S.184 Außerdem weisen Peter und Elizabeth Fenwick darauf hin, dass es Beispiele für Erfahrungen gibt, die nur geträumt oder Halluzinationen sind.S.44, S.152, S.198
  • Pim van Lommel ist ein niederländischer Kardiologe, der sein Medizinstudium 1971 abschloss und bis 2003 in diesem Beruf arbeitete. Als Assistenzarzt erfuhr er das erste Mal von einer Nahtodeserfahrung von einer Patientin. Im Jahr 1986 regte ihn das Buch „Rückkehr aus dem Morgen“ (engl. „Return from Tomorrow“ von George Ritchies) dazu an, Nahtodeserfahrungen zu sammeln. In den Jahren 1988 bis 2001 führte Pim van Lommel zusammen mit einigen Kollegen eine prospektive Studie über Nahtodeserfahrungen durch. Dabei wurden alle Patienten direkt nach der Wiederbelebung befragt. Jeweils vier und acht Jahre später wurden diejenigen, die eine Nahtodeserfahrung hatten sowie eine Kontrollgruppe erneut befragt. Diese Studie wurde in Lancet veröffentlicht und schon dort schlug die Forschergruppe vor, dass man auch transzendente Ideen zur Deutung der Nahtodeserfahrungen in Betracht ziehen sollte.23 Etwa zwei Jahre später spekulierte van Lommel darüber, dass das Bewusstsein in elektromagnetischen Feldern gespeichert sein könnte, die im Körper, dem Empfang eines Radiosenders im Radio ähnlich, durch ein funktionsfähiges Gehirn dem Wachbewusstsein zugänglich gemacht würden. Wenn das Gehirn dann funktionsunfähig wird, würde das Bewusstsein weiterbestehen aber den Körper verlassen, entsprechend dem kaputten Radio, das den Sender nicht mehr empfangen kann.

Nahtoderfahrungen in Kunst und Kultur


Das Thema Nahtod wurde vielfach in Filmen bearbeitet, in jüngerer Zeit etwa Hereafter von Clint Eastwood (2010) und Stay von Marc Forster (2008). Darüber hinaus ist es auch ein Motiv besonders der phantistischen Literatur, wofür beispielhaft die Novelle Der Baron Bagge von Alexander Lernet-Holenia (1936) genannt werden kann.43

Filmische Dokumentationen


  • Rainer Fromm und Simone Kienast: An der Schwelle zum Jenseits - Nahtoderlebnisse aus der Sicht von Wissenschaftlern und Betroffenen. (DVD) 60 Min., Mathhias-Film gGmbH 2009, ASIN B0036P52MW.

Weblinks


Near-death experiences|Nahtoderfahrung
  • [http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21392/1.html Grenzerfahrung auf dem Operationstisch] Telepolis-Artikel aus der skeptischen Sicht eines Anästhesisten
  • [http://www.iands-germany.de/ IANDS Deutschland] Netzwerk Nahtoderfahrung. e. V.

Literatur


B) Susan J. Blackmore


Siehe auch


Blackmore SJ.: Near-death experiences. J R Soc Med. 1996 Feb;89(2):73-6. Review. PMID 8683504

F) Peter Fenwick, Elizabeth Fenwick


F) Peter Fenwick, Elizabeth Fenwick: The Truth in the Light. London: Headline Book Publishing ISBN 0-7472-1186-8

S.25ff
S.88
S.214f
S.215f
S.223ff

G) Stanislav Grof


G) Stanislav Grof, Joan Halifax (übersetzt durch G. H. Müller und Thomas Shadow): Die Begegnung mit dem Tod. 1980 Stuttgart: Klett-Cotta ISBN 3-12-903090-5

S.59ff
S.161-165
S.162-163

Gr) Bruce Greyson



[http://psychservices.psychiatryonline.org/cgi/content/full/54/12/1649 Bruce Greyson: Near-Death Experiences in a Psychiatric Outpatient Clinic Population. Psychiatr Serv 54:1649-1651, December 2003]
Greyson B.: Dissociation in people who have near-death experiences: out of their bodies or out of their minds? Lancet. 2000 Feb 5;355(9202):460-3. PMID 10841127
43

Gu) Bill Guggenheim, Judy Guggenheim


Gu) Bill Guggenheim, Judy Guggenheim: Trost aus dem Jenseits. 1999 Bern, München, Wien: Scherz. ISBN 3-502-19287-1

S.151ff

H) Stefan Högl


H) Stefan Högl: Transzendenzerfahrungen. Nahtod-Erlebnisse im Spiegel von Wissenschaft und Religion. Tectum-Verlag, Marburg 2006, ISBN 978-3-8288-9173-9.

S.37
S.44
S.57
S.58
S.59
S.66-67
S.69
S.203
S.208f
S.212
S.215
S.215-216
S.238
S.238f
S.246
S.293

I) IANDS


I) [http://www.8ung.at/nahtoderfahrung/html/nte-berichte.html German Friends of the International Association of Near-Death Studies (IANDS) - gegr. 2004: Nahtoderfahrung und Transzendenz - persönliche Berichte.]

J) Karl Jansen



43
44

K) Hubert Knoblauch


K) Hubert Knoblauch, Hans Georg Soeffner (Hrsg.): Todesnähe. Interdisziplinäre Zugänge zu einem Außergewöhnlichen Phänomen. Konstanz: Universitätsverlag Konstanz ( UVK) 1999 ISBN 3-87940-656-1

45
Emily Williams Kelly (geborene Cook), Bruce Greyson & Ian Stevenson: Beweisen Todesnäheerfahrungen das Überleben der menschlichen Persönlichkeit nach dem Tod?
46

K1) [http://www.ssoar.info/ssoar/View/?resid=751 Hubert Knoblauch: Berichte aus dem Jenseits (Freiburg: Herder 1999)]


K2) Hubert Knoblauch


L) Pim van Lommel



van Lommel P, van Wees R, Meyers V, Elfferich I.: Near-death experience in survivors of cardiac arrest: a prospective study in the Netherlands. Lancet. 2001 Dec 15;358(9298):2039-45. Erratum in: Lancet 2002 Apr 6;359(9313):1254. PMID 11755611
[http://www.vanrein.be/essays/evidence.pdf Pim van Lommel: Medical Evidence for NDEs - A Reply to Shermer]
Pim van Lommel: About the Continuity of Our Consciousness. Adv Exp Med Biol. 2004;550:115-32. PMID 15053429
Pim van Lommel: [http://www.towardthelight.org/neardeathstudies/pimvanlommelarticles.html About the Continuity of Our Consciousness.] Adv Exp Med Biol. 2004;550:115-32. PMID: 15053429

M) Raymond A. Moody


M) Raymond A. Moody (übersetzt durch Lieselotte Mietzner): Das Licht von Drüben, Neue Fragen und Antworten. 1989 Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. ISBN 3-498-04315-3

S.18-23
S.22
S.22 + S.39
S.25
S.26
S.27
S.28-29
S.73
S.103-106
S.121f
S.121-123
S.175 (Neuauflage: S.156-157)

M1) Raymond A. Moody (übersetzt durch Hermann Gieselbusch): Leben nach dem Tod. 1982 Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. ISBN 3-498-04252-1

S.31f
S.34f
S.81
Kapitelüberschriften
Anhang

N) NDERF


N) [http://www.nderf.org/ Dr. Jeff, Jody Long: Near Death Experience Research Foundation (NDERF)]

[http://www.nderf.org/maxine_m%27s_fear_nde.htm 748. Maxine M's Fear NDE. English expanded version 1/7/06] (übersetzt von )
[http://www.nderf.org/German/beverly_b_nte.htm 1031. Beverly Bs Erlebnis, das einem NTE nahekommt . Deutsch ausführliche Version 2/25/07]
[http://www.nderf.org/pre_post_1975_research.htm Jeffrey P. Long, M.D. and Jody A. Long, J. D.: A Comparison of NDEs Occurring Before and After 1975. Results from a Web Survey of Near Death Experiencers. Journal of Near-Death Studies, Volume 22, Issue 1 (October 2003) pp. 21-32]

O) Arbeitskreis Origenes


O) In: Arbeitskreis Origenes: Berichte von Nahtodeserfahrungen und den verwandten mystische Erfahrungen der Tranzendenzerfahrung und Sterbebettvisionen

[http://www.origenes.de/nte/janko/jankovich.htm Stephan von Jankovich: "Ich war klinisch tot" Der Tod - Mein schönstes Erlebnis.]
46

Os) Karlis Osis


Os) Karlis Osis und Erlendur Haraldson (übersetzt durch Wolfgang Harlacher): Der Tod, ein neuer Anfang. Visionen und Erfahrungen an der Schwelle des Seins. Freiburg im Breisgau 1989: Verlag Hermann Bauer ISBN 3-7626-0633-1

S.36f
S.36
S.37
Gesamtes Buch

R) Maurice S. Rawlings


R) Maurice S. Rawlings: Jenseits der Todeslinie. Baden: Verlag Christliche Buchhandlung ISBN 3-85614-014-X

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Der amerikanische Christ und Herzarzt Rawlings kritisiert in seinem Buch "Jenseits der Todeslinie", dass die meisten Berichte von Fachkollegen, wie z.B. von Moody oder Kübler-Ross auf Interviews beruhten, die mit den Betroffenen oft erst Tage oder Wochen nach der Nahtoderfahrung geführt worden seien. Dies führe dazu, dass nur "positive" Bericht vorhanden seien. Der negativen Erfahrungen würden sich die Betroffenen nur unmittelbar nach der Wiederbelebung erinnern, da sie schnellstmöglich wegen ihrer unerträglichen Schwere ins Unterbewußtsein verdrängt würden.
Aufgrund seines Arztberufs habe er als Herzspezialist in diversen Krankenhäuser gearbeitet und die Betroffenen direkt nach der Wiederbelebung befragen können. Hier habe sich gezeigt, dass sich "negative" Erlebnisse mit den "positiven" zumindest die Waage hielten. Die Nahtoderfahrungen gäben also klare Hinweise nicht nur für die Existenz des "Himmels", sondern auch der "Hölle".

Ri) Kenneth Ring


Ri) Kenneth Ring, Sharon Cooper: Mindsight. Near Death and Out-of-Body experiences in the Blind. New York, Bloomington, Shanghai: iUniverse ISBN 978-0-595-43497-8

S.12
S.26ff
S.28f Übersetzung durch Kersti Nebelsiek

Ri1) Kenneth Ring: Heading Toward Omega. In Seach of the Meaning of the Near-Death Experience, Harper Perennial (1985): ISBN 0-688-06268-7, ISBN 978-0-688-06268-2

S.45

S) Michael Schröter-Kunhardt



[http://www.familie-zwoelfer.de/nahtod/nde_aus_psychiatrischer_sicht.htm Nah-Todeserfahrungen aus psychiatrisch-neurologischer Sicht.] aus: Soeffner H-G, Knoblauch H (Hrsg.), Todesnähe: Interdisziplinäre Zugänge zu einem außergewöhnlichen Phänomen. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1999, S. 65-99
[http://www.familie-zwoelfer.de/nahtod/nde_und_sinnfindung.htm Nah-Todeserfahrung - Grundlage neuer Sinnfindung.] In: Hermes A. Kick (Hrsg.): Ethisches Handeln in den Grenzbereichen von Medizin und Psychologie. LIT VERLAG, Münster, 2002

[http://www.familie-zwoelfer.de/nahtod/nahtoderfahrungen.htm Nah-Todeserfahrungen: Psychologisch-biologische Grundlage für den Glauben an ein Leben nach dem Tod.] In: Petersen, P: Majestät des Todes - Bewegung des Lebens. 3.Symposion für künstlerische Therapien. Kongressband, Hannover 1997, S. 93-117

46
[http://www.familie-zwoelfer.de/nahtod/oneiroidaleserleben.htm Michael Schröter-Kunhardt: Oneiroidales Erleben Bewusstloser. IN: Kammerer Thomas: Traumland Intensivstation: Veränderte Bewusstseinszustände und Koma: Interdisziplinäre Expeditionen. Books on Demand GmbH 2006]

Sa) Michael B. Sabom


Sa) Michael B. Sabom (übersetzt durch Helmut Willmann): Erinnerung an den Tod. Eine medizinische Untersuchung. 1986 Goldmann ISBN 3-442-11741-0

S.43ff
S.213
S.271

Sa1) Michael B. Sabom


Weitere Einzelnachweise



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[4]
[5] Susan Blackmore: Neurophysiologische Erklärungen der Nah-Todeserfahrung
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[7]
[8]
[9]
[10]
[11]
[12]
[13]
[14]
[15] CORRESPONDENCE. Near-death experiences. Beitrag von Giorgio Buzzi. THE LANCET, Vol 359, June 15, 2002, S.2116-2117 www.thelancet.com
[16]
[17] http://www.ssoar.info/ssoar/View/?resid=663 Hubert Knoblauch: Todesnäheerfahrungen. Zur kulturellen Prägung und anthropologischen Erklärung einer außergewöhnlichen Erfahrung. Berlin: 2007
[18]
[19]
[20]
[21]
[22]
[23]
[24]
[25]
[26]
[27]
[28] http://bjp.rcpsych.org/cgi/content/abstract/165/6/808 TR Dening and GE Berrios: Autoscopic phenomena. The British Journal of Psychiatry 165: 808-817 (1994)
[29]
[30]
[31]
[32] Autor=Zalika Klemenc-Ketis, Janko Kersnik and Stefek Grmec|Titel=The effect of carbon dioxide on near-death experiences in out-of-hospital cardiac arrest survivors: a prospective observational study|Sammelwerk=Critical Care|Band=14|Jahr=2010|Seiten=R56 doi:10.1186/cc8952|Online=http://ccforum.com/content/pdf/cc8952.pdf |Zugriff=9. April 2010|Originalsprache=Englisch
[33] Autor=Zalika Klemenc-Ketis, Janko Kersnik and Stefek Grmec|Titel=The effect of carbon dioxide on near-death experiences in out-of-hospital cardiac arrest survivors: a prospective observational study|Sammelwerk=Critical Care|Band=14|Jahr=2010|Seiten=R56 doi:10.1186/cc8952|Online=http://ccforum.com/content/pdf/cc8952.pdf |Zugriff=9. April 2010|Originalsprache=Englisch „Our study suggests that some physiological factors or processes might be important in provoking NDEs. On the other hand, the experiences induced by neurophysiological processes mostly consist of fragmented and random memories and confused experiences unlike the real NDEs that are clear, highly structured and easily recalled. It is not thought possible to explain NDEs only in terms of physiological processes. Most likely multiple physiological factors are involved. Clearly, the presence of NDEs pushes the current knowledge of human consciousness and mind-brain relation to the edge of our understanding.“ S. 12.
[34]
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[39]
[40] http://www.pnas.org/content/44/2/51.full.pdf Wilder Penfield: Some mechanisms of consciousness discovered during electrical stimulation of the brain. Proceedings of the National Academy of Sciences Volume 44 - Nvumber 2 * February 15, 1958
[41]
[42]
[43] vgl. Dietmar Czycholl (Hg.): Als ich am gestrigen Tag entschlief. Erfahrungen Wiederbelebter in der Weltliteratur. Eine Anthologie aus drei Jahrtausenden. Genius Verlag, Oberstaufen 2003 ISBN 3-934719-13-9
[44] Karl Jansen: Neuroscience, Ketamine an the Near-Death Experience. In: Lee Worth Bailey (Herausgeber), Jenny Yates (Künstler): The Near-Death Experience: A Reader. Routledge Chapman & Hall (18. Juli 1996). ISBN 978-0-415-91431-4.
[45] Hubert Knoblauch, Ina Schmied & Bernt Schnettler: Einleitung: Die wissenschaftliche Erforschung der Todesnäheerfahrung
[46] Werner Thiede: Todesnähe-Forschung - Annäherung an die Innenseite des Todes?
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nahtod-Erfahrung

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