Lexikon > Familienberatung


Familienberatung zielt darauf ab, Familien bei Lösungen familiärer Probleme beratend zur Seite zu stehen, d. h. Ratsuchenden bei der Lösung von Problemen zu unterstützen.

Rahmenbedingungen


Zentrale gesetzliche Grundlage für Erziehungs- und Familienberatungsstellen bildet das Kinder- und Jugendhilfegesetz, das bestimmte Bedingungen der Familienberatung festschreibt:
  • Multidisziplinarität: Fachkräfte verschiedener Fachbereiche sollen zusammenwirken (Dipl. Psychologen, Dipl. Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Erzieher und Ärzte)
  • Kostenfreiheit: alle Bürger, die Rat suchen, sollen Zugang zu Beratungsstellen haben
  • Freiwilligkeit der Inanspruchnahme: wichtig für das Vertrauensverhältnis im Beratungsprozess
  • Vertrauensschutz: der Schutz personenbezogener Daten muss gewährleistet sein.

Familienberatung wird von unterschiedlichen Trägern angeboten. Aufgrund des Kinder- und Jugendhilfegesetzes sind in Deutschland Erziehungsberatungsstellen eingerichtet worden. Auch Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen bieten Familienberatung an.

Ziele


Das wichtigste Ziel der Familienberatung ist die Stärkung der Erziehungskraft und Selbsthilfe der Familien durch Verbesserung ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage, sowie Erholungs-, Betreuungs-, Bildungs- und Beratungsangebote für Eltern und Kinder.
Der Aufgabenschwerpunkt der Familienberatung liegt in der Aktivierung und Stärkung der Ressourcen der Familie, die zur selbstständigen Lösung der familiären Probleme nötig sind. Die Berater geben Hinweise, Anregungen und versuchen gemeinsam mit der Familie Lösungswege und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Jedoch muss die Familie zur Problembewältigung selbst aktiv werden, indem sie die erarbeiteten Lösungen umsetzt.

Die Beratung


Der Beratungsprozess umfasst drei Stufen (nach Schneewind):
  1. Erfassung des „Ist-Zustandes“: Auseinandersetzung mit und Verstehen der aktuellen Problemlage
  2. Erfassung des „Soll-Zustandes“: Entwicklung und Bewertung von Zukunftsbildern und präzise Beschreibung der Ziele.
  3. "Soll-Zustand" wird in die Realität umgesetzt. Die Ratsuchenden werden bei der Verwirklichung der Ziele unterstützt.

Zudem werden drei Formen der Beratung (nach Schneewind) unterschieden:
  1. krisenbezogene Beratung: bei Familien in Notsituationen
  2. problembezogene Beratung: Umfassende Informationen über das spezifische Problem
  3. präventive Beratung: dient der Aufklärung und Kompetenzentwicklung der Familie


Siehe auch


  • Erziehungsberatung
  • Ehevorbereitung
  • Eheberatung
  • Marriage Encounter
  • Familientherapie


Literatur


  • Schneewind, K.A. (1999). Familienpsychologie. Göttingen: Hogrefe


Weblinks


  • [http://www.kindergesundheit-info.de/ratundhilfe/beratungs-und-unterstuetzungsarten/ Beratungs- und Unterstützungsarten] Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • [http://www.bke.de/virtual/ratsuchende/beratungsstellen.html Verzeichnis der Erziehungs- und Familienberatungsstellen bei www.bke.de]



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Familienberatung

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