News > Erlerntes Verhalten oder Traumata: Wer vor Krabbeltieren krankhafte Angst hat, kann diese mit einer Verhaltenstherapie bewältigen

am 12.6.2013
Zitat derstandard.at - Kurt de Swaaf, 10. Juni 2013, 07:55

"Ein Gedankenexperiment: Man liegt auf einer Wiese, Bienen summen, die Sonne scheint. Plötzlich spürt man ein Kitzeln am Bein. Es gibt nun drei Arten von Reaktionen: neugierige Gelassenheit, Ekel oder blankes Entsetzen. Wer Letzteres empfindet, leidet vermutlich unter einer Phobie. "Tierphobien sind sehr häufig", erklärt die am Landeskrankenhaus Tulln tätige Psychologin Astrid Herbst. Insgesamt treten derart spezifische Angststörungen bei 7,2 bis 11,3 Prozent der Menschen in westlichen Gesellschaften zumindest einmal im Leben auf. Grundsätzlich kann alles als Angstobjekt infrage kommen, sogar Kaninchen.

Angst vor Spinnen (Arachnophobie), Insekten (Entomophobie) oder Insektenstichen (Acarophobie) betrifft gerade in unseren Gefilden viele Menschen. Über die Entstehungsmechanismen gibt es unterschiedliche Theorien. Jeder Patient müsse diesbezüglich einzeln betrachtet werden, sagt Herbst. "Meist gibt es mehrere Ursachen", zum einen ist es vermutlich die urzeitliche Prägung des Gehirns, eine erhöhte Angstbereitschaft gegenüber potenziellen Gefahren, die von giftigen Spinnen ausgehen können - "ein phylogenetisches Erbe", so Herbst.

Ausschlaggebend dürfte aber auch das völlig andere Körperschema der Krabbeltiere sein - im Vergleich zum Homo sapiens, versteht sich. Es gibt kein klar erkennbares Gesicht, und sogar die Bewegungsrichtung ist mitunter schwer vorherzusagen. Deshalb sei es schwer, zu solchen Wesen so etwas wie eine Vertrauensbasis zu entwickeln, erklärt Herbst.

Ungebetene Gäste

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die völlige Ignoranz von Spinnen und Insekten gegenüber persönlichen Grenzen. Die Tiere wuseln in unseren Wohnungen und dicht an unseren Körpern herum. Herbst: "Sie kommen in Bereiche, in die wir sie nie eingeladen haben." Befremden, Erschrecken und ein Gefühl der Machtlosigkeit sind die Folgen. Allerdings ohne Realitätsbezug. Die Spinne will gewiss nicht bewusst zum Betroffenen ins Bett krabbeln [...]"

Den gesamten Artikel finden Sie unter dem nachfolgenden Link:

http://derstandard.at/1369363155089/Pfui-Spinne
Quelle: DER STANDARD, 10.6.2013



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