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am 26.1.2022
Die Finanzierung von massiv erhöhtem Bedarf an psychologischer Hilfe für Krebspatient:innen kann nicht nur von der Krebshilfe getragen werden!

Wien (OTS) - Rund ein Drittel aller Krebspatient:innen erkrankt aufgrund der Diagnose und der dadurch dramatisch veränderten gesamten Lebenssituation zusätzlich an Ängsten und Depressionen.

Seit Beginn der Pandemie erleben wir, dass Krebspatient:innen zusätzlich spürbar durch COVID-19 belastet sind. Krebshilfe-Präsident Univ.Prof. Dr. Paul Sevelda: „Ängste und depressive Zustände verstärken sich durch oft monatelange soziale Isolation, die Befürchtung zusätzlich an COVID-19 zu erkranken oder durch verzögerte Behandlungsabläufe, um Spitalsbetten für COVID-19 Patient:innen freizuhalten“.

Verunsicherte Patient:innen wenden sich daher seit Beginn der Pandemie dringlicher denn je an die über 60 Beratungsstellen der Österreichischen Krebshilfe, um schnelle, wirksame und kostenlose Hilfe zu bekommen. „Ein Umstand, der unsere Kapazitäten mittlerweile personell wie finanziell absolut sprengt“, weiß Krebshilfe-Wien Geschäftsführerin Mag. Gaby Sonnbichler aus der täglichen Praxis.

Die Krise wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass die derzeitige Gesetzeslage psychologische Interventionen via E-Card noch immer ausschließt. „Damit wird der Zugang zu dringenden psychologischen Unterstützungsleistungen für österreichweit rund 400.000 Krebspatient:innen, aber auch für zigtausende andere psychisch schwer belastete Menschen unmöglich gemacht“, erklärt Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer Puchinger, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen (BÖP). „Psychologische Interventionen in niedergelassenen Praxen sind derzeit von Klient:innen privat zu bezahlen und Hilfsorganisationen wie die Krebshilfe stehen vor einem fast unlösbaren Problem, wenn sie die Finanzierung tausender Beratungsgespräche jährlich stemmen müssen“.

„Psychologische Hilfe auf Basis von Spendengeldern ist außerdem mit Sicherheit kein Ansatz zu einem flächendeckenden integrativen Behandlungskonzept für Tumorpatient:innen und hinterlässt große Versorgungslücken“ ergänzt Krebshilfe Wien Geschäftsführerin Sonnbichler.

„Man stelle sich nur einmal vor, dass die medizinische Behandlung von Tumorpatient:innen auf ähnlicher Basis erfolgt – das würde zu Recht einen Aufschrei in der Bevölkerung nach sich ziehen“, zieht Paul Sevelda Parallelen zur Situation in der medizinischen Versorgung.

Dabei könnten sich psychologische Leistungen via E-Card bei konsequenter Umsetzung durchaus entlastend auf die Gesundheitskassen auswirken. So verweisen deren Case Manager immer wieder auf die kostenlosen psychoonkologischen Beratungsangebote der Krebshilfe, um Patient:innen nach Abschluss ihrer medizinischen Therapien schneller fit für eine Rückkehr in den beruflichen Alltag zu machen. Rechtzeitige psychologische Hilfe kann helfen, Krankenstände früher zu beenden und erspart damit nicht nur menschliches Leid, sondern den Sozialversicherungsträgern Geld.

„Wir weisen daher in aller Deutlichkeit darauf hin, wie wichtig finanziell barrierefreie, professionelle und zeitnahe psychologische Beratungsleistungen und Kriseninterventionen nicht nur, aber ganz speziell in Zeiten der Pandemie sind, und fordern die politischen Entscheidungsträger auf, schnell wirksame Schritte zur Umsetzung von Psychologie via E-Card einzuleiten“, richtet Krebshilfe-Präsident Sevelda einen dringenden Appell an die Öffentlichkeit.
Rückfragen & Kontakt:

Mag. Gaby Sonnbichler, Österreichische Krebshilfe Wien
Mail: sonnbichler@krebshilfe-wien.at
Mobil: 0699 140 219 22

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Quelle: OTS0011, 26. Jan. 2022, 08:00


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