News > Alleskönner Vitamin D?

am 13.5.2013
"Herz-Kreislaufsystem im Fokus

Weltweit gibt es bereits über 2000 Studien über Vitamin D, dieses „all present“ Vitamin, das eigentlich ein Steroidhormon ist, in fast allen Zellen vorkommt und die Aktivität von mehr als 200 Genen beeinflusst.

Die Hoffnungen sind groß, die Evidenzlage ist jedoch nicht ausreichend erhärtet. Im Forschungszentrum für Vitamin D an der Medizinischen Universität Graz suchen Experten für Stoffwechsel, Reproduktionsmedizin, Hormonforschung, Autoimmunkrankheiten und Herz-Kreislaufkrankheiten nach wissenschaftlich beweisbaren Fakten für die Wirksamkeit von Vitamin D.

Unterversorgung besonders im Winter

Dem Österreichischen Ernährungsbericht 2012 zufolge sind im Durchschnitt etwa 50 Prozent der österreichischen Bevölkerung nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Im Winter sind sogar 60 Prozent der Kinder unterversorgt. Der Normalwert liegt bei 30 ng/ml, ein Mangel bei weniger als 20 ng/ml. Vitamin D kann durch Sonneneinstrahlung auf die nicht durch Sonnencreme geschützte Haut oder über die Nahrung vom Körper selbst gebildet werden. Doch das reicht für viele nicht aus. „Aus Daten von gesunden Blutspendern in Graz wissen wir, dass weniger als 40 Prozent der Spender einen normalen Vitamin D Spiegel hatten, bei kritisch Kranken wiesen sogar 60 bis 100 Prozent einen Vitamin D Mangel auf“, berichtete Priv.-Doz. Dr. Karin Amrein, MSc, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Med. Univ. Graz auf der 46. Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer Anfang März in Saalfelden.

Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Wirkung von Vitamin D für die Calciumaufnahme und damit für den Knochenaufbau bekannt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die eine mannigfaltige Wirkung vermuten lassen. Vor allem auf eine mögliche Beeinflussung des Herz-Kreislaufsystems ging Amrein bei der Apothekertagung ein. „Ein schwerer Vitamin D Mangel ist ganz offensichtlich mit kardiovaskulären Ereignissen verbunden. Das lässt sich damit erklären, dass Rezeptoren für Vit D sowohl in Gefäß- als auch in Herzmuskelzellen vorhanden sind. Da Vit D ein wichtiger Kalziumregulator ist, kann ein Mangel zu einem Hyperparathyreoidismus führen. Es ist bekannt, dass sich damit auch die Gefahr von kardiovaskulären Erkrankungen erhöht. Die Datenlage reicht allerdings derzeit nicht aus, um daraus endgültige Schlüsse zu ziehen.“ Unklar sei auch, ob es sich tatsächlich um einen kausalen Zusammenhang handelt oder ob Vit D nur ein Marker für die Erkrankung ist. [...]"

Quelle: 46. Wissenschaftliche Fortbildungswoche für Apotheker, Saalfelden, 3.bis 8. März 2013

Gerta Niebauer, Apotheker Plus 4/2013
© 2013 Springer-Verlag GmbH

Den gesamten Artikel finden Sie unter folgendem Link:

http://www.springermedizin.at/artikel/34522-alleskoenner-vit...
Quelle: springermedizin.at-Newsletter 13.05.2013


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